Thomas Raschke

Eisenlinien

25. Januar - 6. März 2005


Vernissage

Montag, 24. Januar um 20 Uhr

Kunstwerke, die zählen, sind überdeterminiert. Das heißt, sie sind derart mit Bedeutungen – auch gegenstrebigen – aufgeladen, wie ein Traum. Das macht ihre Faszination aus.
Wie ein Traum auch vermögen Thomas Raschkes „Eisenlinien“ an fast schon vergessene Konfliktlinien zu rühren, die changierend zwischen federleichten Wünschen und eisenharter Realität eine betörende Schwebe halten.
Wer hatte nicht schon das beschwingte Gefühl, angesichts einer einzugsbereiten, frisch gestrichenen Wohnung? Ein einzelner Stuhl, eine Lichtquelle stehe im ansonsten leeren Raum. Alles, auch mit einem selbst, scheint neu und anders möglich. Spätestens mit den Türmen der Umzugskartons aber auch danach, wenn alles EINGERICHTET ist, nistet sich ein schaler Zug der Enttäuschung mit ein: Wir sind zu sehr dieselben geblieben!

Mit seinen eindrucksvollen Drahtskulpturen schafft Raschke scheinbar spielend die Verbindung zwischen Kunst und Technik. Kochtöpfe, Kühlschränke, Stühle und anderes präsentiert der Bildhauer in Originalgröße, wobei Drahtlinien diese Gegenstände be- und umschreiben und gewissermaßen als Zeichnungen im Raum erscheinen lassen. Der in Berlin lebende Künstler nennt seine Arbeiten Eisenlinien, denn diese Assoziation stellt sich ein beim Anblick der Gegenstände, die sich als Zeichnung von der Fläche lösen und als Objekt die dritte Dimension zu verlieren scheinen.