Herrmann Pleuer

„Der Mann der die Eisenbahnen malte...“

31. Juli - 24. September 2006


Vernissage

Montag, 30. Juli um 20 Uhr

 

... der Mann, der die Eisenbahn malte...“, so nannte Theodor Heuss den Maler Hermann Pleuer (1863 –1911). Pleuer zählt zu den wichtigsten Vertretern des Impressionismus in Süddeutschland. Als einer der ersten Künstler in Deutschland hat sich Ende des 19. Jahrhunderts der in Schwäbisch Gmünd geborene Hermann Pleuer – ähnlich wie Claude Monet in Frankreich – intensiv mit dem Thema Eisenbahn und Industrie auseinander gesetzt. Wobei ihm die „schwäb’sche Eisebahne“ und hier vor allem der Stuttgarter Bahnhof Modell standen. Dabei entstanden nicht nur hochrangige impressionistische Kunstwerke sondern auch unersetzliche Zeitdokumente. Pleuer war fasziniert von den technischen Errungenschaften des Industriezeitalters und vom einsetzenden Rausch der Geschwindigkeit. Die Faszination der Technik offenbart sich für den Eisenbahnfreund nicht zuletzt in den überaus präzisen Skizzen von Bahnanlagen und Lokomotiven. Doch ebenso spürte Pleuer der Lebenswirklichkeit der neu entstandenen Arbeiterklasse nach und setzte sich mit sozialen Fragen auseinander.

Hermann Pleuer (1863-1911) gilt unter den deutschen Malern als Entdecker des Motivs der Eisenbahn und der neuen industriellen Landschaft.  Er greift in seinen Bildern Themen wie die französischen Impressionisten auf, führt sie aber in die Wirklichkeit der industriellen Arbeitswelt
In detaillierten Skizzen und kraftvollen Ölgemälden gewährt Pleuer dem Betrachter einen intimen Einblick in die ihm sonst verschlossene Welt der Arbeiter in den Werkstätten.
Wie Adolf Menzel in seinem berühmten Bild vom Eisenwalzwerk in Eberswalde zeigt er die Arbeiter bei ihrer Tätigkeit an den Maschinen, in der Pause, am Feierabend und zeichnet so ein lebendiges  Bild industrieller Realität um 1900. Mit dem Blick auf das Gleisfeld des Stuttgarter Bahnhofs zeigt sich die Faszination für die komplizierten Zugbewegungen innerhalb des kaum überschaubaren Schienennetzes.