Ommatidien

Interaktive Video. Raum. Klang. Installation von Julia Voit, Sebastian Hahnel und Matthias Schneider-Hollek

3. April - 25. Mai 2008


Vernissage

Montag, 7.April um 20 Uhr

 

Zum ersten Mal präsentieren drei junge Künstlerinnen und Künstler aus Schorndorf und der Region ein interaktives Kunstprojekt in den Galerien für Kunst und Technik. Akustische und visuelle Welten treffen in dieser spannenden Installation aufeinander.

Gliederfüßer, darunter Insekten und Krebstiere, verfügen über ein komplexes Sehsystem. Ihre Facettenaugen setzen sich aus bis zu 28000 Einzelaugen zusammen – Ommatidien genannt - die ein Rasterbild erzeugen. In unserer digitalisierten Welt hinterlassen wir Spuren, die im Privaten in Computerdatensammlungen und im öffentlichen Leben von Überwachungskameras, Sensoren und Satelliten erfasst, gespeichert und nach bestimmten Rastern ausgewertet werden. Einmal von diesen faszinierenden technischen Errungenschaften erfasst, werden wir die heimlich-unheimlichen Begleiter nie wieder los. Wie im täglichen Leben wird in der Video- und Klanginstallation Ommatidien der Betrachter zum Subjekt dieser Steuerungsvorgänge und gleichzeitig zum Objekt eines umfassenden Wahrnehmungsszenarios. Zurück bleibt ein ambivalentes Gefühl, das zwischen menschlichen Autonomiebestrebungen und gesellschaftlichen Anpassungsprozessen hin und her pendelt.

Die in Schorndorf lebende Künstlerin Julia Voit studierte von 1994 bis 2003 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Marianne Eigenheer und Intermediales Gestalten (Klasse Sotirios Michou). Von 2003-2004 arbeitete sie als Dozentin mit Prof. Mike Hentz. Zu ihren künstlerischen Schwerpunkten gehören Raum- und Videoinstallationen, Videoproduktionen und VJ-Auftritte. Ausstellungen (Auswahl): Von Innen nach Außen (Arnold-Areal, Schorndorf, 2006); Volltransistorisiert (Black Cube, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart, 2003); Video unplugged... ich sehe ausgestöpselt (Kunstverein Heidelberg, 2002); r.o.n.d.o (Galerie der Stadt Stuttgart, 2001). 

Sebastian Hahnel arbeitet als Medientechniker im Bereich der Ton- und Bildtechnik für Fernsehanstalten und wirkt mit seinem Know-How bei unterschiedlichsten Kunstproduktionen mit.  Seine persönliche Leidenschaft gilt - neben der Musik - der audiovisuellen Kunst, wo er bei diversen Veranstaltungen für die Visuals sorgt.

Matthias Schneider-Hollek studierte Querflöte und Komposition mit Schwerpunkt Elektronische Musik (Klasse Prof. Ulrich Süße) an der Staatl. Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Der international gefragte Spezialist für Klangregie und Live-Elektronik hat für ARD, ARTE, SWR und MDR zahlreiche Filmusiken für Dokumentationen geschrieben und ist als Komponist für das Schauspielhaus Düsseldorf, Schauspiel Frankfurt, Nationaltheater Mannheim, Puschkin-Theater St. Petersburg und Marilyn-Monroe-Theatre, Los Angeles tätig. Ebenso hat er sich mit Live- und Studioprojekten einen Namen gemacht. Lehrtätigkeiten/Workshops: University of Natal, Durban; Musikakademie Basel; Kunstakademie Stuttgart; Universität Greifswald; Merz-Akademie Stuttgart und Staatl. Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.