Johann Schickinger und Gez Zirkelbach

Wider die Verlogenheit - Reihe Heimspiel

23. November 2010 - 9. Januar 2011

Vernissage
Montag, 22. November um 20 Uhr

In der Reihe „Heimspiel“ zeigt der Kunstverein Schorndorf Skulpturen und Malerei der Künstler Johann Schickinger und Gez Zirkelbach. Eröffnet wird die Ausstellung in den Galerien für Kunst und Technik am Montag, 22.November um 20 Uhr. Hermann G. Abmayr setzt sich in seiner Eröffnungsrede mit den Hintergründen der Künstler dem Täter-Begriff auseinander. Zum Abschluss der Ausstellung ist der Stuttgarter Journalist, Buchautor und Filmemacher erneut zu Gast in Schorndorf. Am Sonntag, 09.Januar liest Abmayr aus seinem Buch „Stuttgarter NS-Täter - Vom Mitläufer bis zum Massenmörder“. Führungen mit der Kunsthistorikerin Ricarda Geib M.A. finden an den Sonntagen 12.Dezember und 9.Januar, jeweils 15 Uhr statt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

In ihren Arbeiten setzen sich die beiden Künstler Johann Schickinger und Gez Zirkelbach, beide ehemalige Schüler von Alfred Hrdlicka an der Kunstakademie in Stuttgart, mit zeitkritischen Themen auseinander, insbesondere mit Verlogenheiten einer gespaltenen Gesellschaft. Zirkelbachs direkte Malerei und die ausdrucksstarken Skulpturen Schickingers fügen sich zu einer Ausstellung, die herausreißt aus lähmender Lethargie und Egoismen. Sie wenden sich gegen Krieg, Folter, Ungerechtigkeit, Raffgier und gegen die Atomwirtschaft.

Aus Johann Schickingers Werk spricht das unbedingte Ringen um wirkliches, menschliches Bestehen. Die Anstrengung zu überleben, aber ebenso die Verzweiflung angesichts des scheinbar unabänderlichen Schindens und Quälens des Menschen durch den Menschen, charakterisieren den Bildhauer. Zirkelbachs Malerei fordert ein menschliches Wesen ein, das diesen Namen verdient. Von der Figur herkommend, hat er in den letzten Jahren zunehmend abstrakt unter dem Einfluss des Dekonstruktivismus gearbeitet. Er bevorzugt das Fragmentarische, die Andeutung, als ob er wisse, dass sich Wesentliches durch immer genaueres Formulieren eher entzieht als erschließt.

Johann Schickinger wurde 1954 in Höchstädt an der Donau geboren und lebt und arbeitet eben dort. Von 1977 – 81 studierte er an der Kunstakademie in Nürnberg, von 1981 – 84 bei Prof. Hrdlicka an der Kunstakademie in Stuttgart. Von 1984 – 86 war er Assistent für Bildhauerei an der TU Braunschweig. Seit 1986 ist er freischaffend als Bildhauer, Maler und Zeichner in Höchstädt, Oberthürheim, Stuttgart, Esslingen und Ludwigsburg tätig.

Gez Zirkelbach wurde 1957 in Geradstetten im Remstal geboren. Von 1977 – 78 war er an der Freien Kunstschule Stuttgart. Von 1980 – 86 studierte er Malerei an der Kunstakademie Stuttgart u.a. bei Prof. Hrdlicka und Hans Daniel Sailer. Seit 1986 ist er freischaffend als Maler, Musiker, Performer in der Gemeinschaft Atelier 4 in Schorndorf sowie als Dozent tätig.