Timm Ulrichs

31. Juli - 3. Oktober 2010

Vernissage
Freitag, 30. Juli um 20 Uhr

Das Gute am schlechten Geschmack
DJ Timm Ulrichs während der Schorndorfer Kunstnacht am 25.09.2010



Am Freitag, 30. Juli 2010, wird um 20 Uhr die Doppelausstellung „Timm Ulrichs in Schorndorf“  in den Galerien für Kunst und Technik eröffnet. Das Kulturforum Schorndorf und der Schorndorfer Kunstverein laden herzlich dazu ein.

Timm Ulrichs sprengte schon beim 2. Schorndorfer Bildhauer-Symposion die herkömmliche Sicht der Schorndorfer auf die Dinge. Mit der Skulptur „Gekippter Fluss – Natur in Fertigteilen“ in der Vorstadtstraße reagierte der Totalkünstler auf die Künstlichkeit des begradigten Mühlbaches, deutet auf den gesellschaftlichen Umgang mit der Natur hin. Auch „der erste sitzende Stuhl (nach langem Stehen sich endlich zur Ruhe setzend), der sich seit 1997 im Besitz der Stadt befindet, setzt ein Bewusstmachungsprozess beim Betrachter in Bewegung.

Der Totalkünstler Ulrichs verwendet zumeist vorhandene Alltagsgegenstände, die, in einem neuen Kontext präsentiert, überraschende Dimensionen sichtbar machen. Das aus Gewohnheit stets Hingenommene führt der Totalkünstler auf seine anfänglichen Zusammenhänge zurück, öffnet Funktion und Bedeutung des Objekts, erhebt es zur Skulptur. In seinem Werk überschreitet er mit Wortwitz, Humor und Ironie die gesellschaftlichen Konventionen.

Das Kulturforum Schorndorf und der Schorndorfer Kunstverein sind glücklich, Arbeiten von Timm Ulrichs vom 31. Juli bis zum 03. Oktober 2010 zeigen zu können. Die Möbel-Objekte in den Galerien für Kunst und Technik nehmen Bezug auf die ehemalige Eisenmöbelfabrik Arnold. Die Installation „Konzert der Türen“ ist im Ausstellungszeitraum samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr  in der Galerie des Schorndorfer Kunstvereins in der Vorstadtstraße zu sehen.

Eberhard Abele vom Kulturforum Schorndorf freut sich Freitag, am 30. Juli 2010, um 20 Uhr die Besucher der Vernissage beider Ausstellungen in den Galerien für Kunst und Technik begrüßen zu dürfen. Oberbürgermeister Matthias Klopfer wird ein Grußwort sprechen, dann führt Timm Ulrichs selbst in die Doppelausstellung ein. Ein Shuttleservice verbindet die beiden Orte am Eröffnungsabend. Das Angebot von Speisen und Getränken lädt zum Verweilen ein.

Ein umfangreiches Programm begleitet die Ausstellung. Die Kunsthistorikerin Ricarda Geib M.A. führt  an den Sonntagen 8.8., 12.9. und 3.10., jeweils um 15 Uhr durch die Schau. In der Schorndorfer Kunstnacht am 25.09. beehrt Timm Ulrichs ein weiteres Mal die Stadt. Der ehemalige Professor der Kunstakademie Münster wird jedoch mitnichten einen nächtlichen Vortrag über seine Totalkunst halten. Nein, Timm Ulrichs legt unter dem Motto „das Gute am schlechten Geschmack“ Hits der 50er und 60er Jahre auf, die eher zum Tanzen als zum faszinierten Zuhören animieren. Die Kinder-Workshops in der Werkstatt des Kulturforums beschäftigen sich auf verschiedene Weisen mit dem Thema Möbel-Objekte.

Timm Ulrichs wurde 1940 in Berlin geboren, feierte vergangenen März seinen 70. Geburtstag. Von 1959 bis 1966 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule in Hannover. 1961 gründete er die »Werbezentrale für Totalkunst & Banalismus«, stellte sich als »Erstes lebendes Kunstwerk« selbst aus. 1972 wurde er als Professor der Kunstakademie Düsseldorf/Münster berufen, 2005 emeritiert. 1970 fand seine erste Totalkunst-Retrospektive in Krefeld statt, sieben Jahre später war er Teilnehmer der Documenta 6 in Kassel. Große Einzelschauen fanden 1980 in Lüdenscheid, 1991 in Madrid, 2001 in Antwerpen (Plastik und Skulpturen) sowie 2002 in Hannover (Druckgrafik) statt. Sein OEuvre wurde vielfach ausgezeichnet; zuletzt erhielt er den „mfi-Preis“ für Kunst am Bau 2009. Der Künstler lebt und arbeitet in Hannover, Münster und Berlin